Fed-Zinssenkungshoffnungen beflügeln Aktien, setzen Dollar unter Druck
Die steigende Wahrscheinlichkeit einer bevorstehenden Zinssenkung durch die US-Notenbank Federal Reserve hat am Montag, dem 5. August, für neuen Optimismus an den Märkten gesorgt. Der S&P 500 verzeichnete seine beste Tagesrendite seit Mai, und der Dow Jones machte alle starken Verluste vom Freitag wieder wett. Die Erholung folgte auf den schlimmsten Tagesverlust seit Mai nach der Veröffentlichung eines überraschend schwachen US-Arbeitslosenberichts.
Auf der anderen Seite hat die Aussicht auf Zinssenkungen den US-Dollar gegenüber anderen Währungen unter Druck gesetzt und zu einer Erholung des Goldpreises beigetragen.

TL;DR
Die Aktienkurse stiegen am Montag sprunghaft an, da Händler nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten verstärkt auf eine Zinssenkung der Fed im September setzten; der S&P 500 und der Nasdaq erreichten neue Rekordhöhen.
Die Erwartungen der Fed haben sich stark verändert, sodass die Märkte nun zwei Zinssenkungen bis zum Jahresende und eine Wahrscheinlichkeit von 94% für eine Zinssenkung im September einpreisen.
Die Sorge um die politische Unabhängigkeit der Fed wuchs, nachdem Trump den Leiter der Arbeitsstatistik entlassen hatte und ein Fed-Gouverneur zurücktrat, was Spekulationen über weitere Führungswechsel anheizte.
Der Dollar bleibt unter Druck und gibt einen Teil seiner Gewinne vom Juli wieder ab, da die Goldpreise stiegen und sich die Zinsdifferenzen zu anderen großen Volkswirtschaften verringerten.
Investoren hoffen auf Konjunkturmaßnahmen der Fed
Viele Anleger haben ihre Erwartungen hinsichtlich Zinssenkungen nach den enttäuschenden Berichten über amerikanischen Nonfarm Payrolls vom Freitag erhöht, der hinter den Erwartungen zurückblieb und eine deutliche Abwärtskorrektur der Zahlen des Vormonats mit sich brachte. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft für die beiden Vormonate wurde um massive 258.000 Arbeitsplätze nach unten korrigiert.
Die Entlassung des Leiters der Arbeitsstatistik durch Trump und der vorzeitige Rücktritt von Fed-Gouverneurin Adriana Kugler könnten die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass auch Fed-Chef Jerome Powell bald zurücktritt.
Die Präsidentin der Fed von San Francisco, Mary Daly, sagte am Montag, dass Zinssenkungen bald angebracht sein könnten, und verwies dabei auf Anzeichen einer Abkühlung des Arbeitsmarktes und begrenzte Inflationsrisiken durch Zölle. Ihre Äußerungen folgen auf die letzte Entscheidung der Federal Reserve, die Zinsen unverändert zu lassen, bei der es zwei Gegenstimmen gab – das erste Mal seit 1993, dass es zu einer „doppelten Ablehnung” kam.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September ist laut CME FedWatch von 63% Ende Juli auf rund 94% gestiegen. Die Märkte preisen nun mindestens zwei Senkungen um jeweils einen Viertelpunkt (insgesamt 50 Basispunkte) vor Jahresende ein. (Quelle: Reuters)
Aktienkurse steigen, Dollar fällt aufgrund von Hoffnungen auf Zinssenkungen
Die Wall Street erholte sich am Montag deutlich: Der Dow Jones stieg um 1,34%, der S&P 500 um 1,47% und der Nasdaq um 1,95%, nachdem am Freitag aufgrund schwacher US-Arbeitsmarktdaten ein Ausverkauf stattgefunden hatte. (Quelle: Livemint.com)
Eine leichte Konjunkturabkühlung könnte als positiv für die Märkte angesehen werden, wenn sie zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik durch die Fed führt. Dennoch würde ein stärkerer oder anhaltender Anstieg der Arbeitslosigkeit die Anleger wahrscheinlich hinsichtlich der allgemeinen Aussichten für Wachstum und Unternehmensgewinne beunruhigen.
Der Dollar-Index (DXY) stieg am Montag leicht an und erholte sich damit etwas von seinem starken Rückgang um mehr als 1,3% am Freitag. Niedrigere Zinsen in den USA würden eine stärkere Angleichung an andere wichtige Volkswirtschaften wie die Eurozone und Großbritannien bedeuten, die ihre Zinsen in diesem Jahr bereits mehrfach gesenkt haben, was möglicherweise zu einer Neuanpassung der Wechselkurse führen könnte. (Quelle: Reuters)
Der Dollar stieg im Juli um 3,4% und verzeichnete damit seine stärkste Monatsperformance seit April 2022 und seinen ersten Monatsgewinn in diesem Jahr. Dazu trugen die verbesserte Stimmung in Bezug auf die Handelspolitik und eine Reihe robuster Wirtschaftsdaten bei. (Quelle: Investing)
Schlussfolgerung
Der Kursanstieg der Aktien am Montag und der erneute Druck auf den Dollar spiegeln das wachsende Vertrauen wider, dass die US-Notenbank auf die sich abschwächenden Wirtschaftsdaten mit Zinssenkungen reagieren wird. Politische Einmischungen und Unsicherheiten hinsichtlich der Führung der Zentralbank erhöhen jedoch das Risiko, das die Märkte künftig genau beobachten werden.
*Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die oben genannten Angaben sind lediglich Prognosen.
FAQs:
Warum helfen Zinssenkungen in der Regel dem Aktienmarkt?
Niedrigere Zinsen senken die Kreditkosten und können die Ausgaben von Verbrauchern und Unternehmen ankurbeln, was die Unternehmensgewinne und Aktienkurse stützt.
Wie wirken sich schwache Arbeitsmarktdaten auf die Entscheidungen der Zentralbanken aus?
Enttäuschende Beschäftigungszahlen können auf eine sich abkühlende Konjunktur hindeuten, was die Zentralbanken dazu veranlasst, die Zinsen zu senken, um das Wachstum zu stützen.
Warum fällt der US-Dollar, wenn Zinssenkungen erwartet werden?
Niedrigere Zinsen machen US-Vermögenswerte für Investoren weniger attraktiv, wodurch die Nachfrage nach dem Dollar im Vergleich zu anderen Währungen sinkt.
Welche Rolle spielt die Federal Reserve in der US-Wirtschaft?
Die Fed legt die Zinssätze fest und setzt geldpolitische Instrumente ein, um stabile Preise, maximale Beschäftigung und moderate langfristige Zinssätze zu unterstützen.