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Europäische Aktien steigen, als Trump den Zollplan stoppt

Die europäischen Aktien stiegen im April sprunghaft an, nachdem US-Präsident Donald Trump eine 90-tägige Pause für neue „reziproke“ Zölle mit Ausnahme Chinas angekündigt hatte. Dieser Schritt, der am 9. April bekannt gegeben wurde, bedeutete eine deutliche Abkehr von seiner früheren Position, die historisch hohe Zölle befürwortete, und löste an den europäischen Märkten Optimismus aus.

Am stärksten war der Anstieg bei den EU-Indizes, was die engen Handelsbeziehungen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten widerspiegelt. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren die USA der größte Exportmarkt der EU (20,6 %) und die zweitgrößte Importquelle (13,7 %), was deutlich macht, was für europäische Unternehmen auf dem Spiel steht.

Als Reaktion darauf stieg der Euro Stoxx 50 sprunghaft um 12,4 % und kletterte von 4.622 Punkten am 9. April auf 5.194 Punkte. Der italienische FTSE MIB führte die Gewinne mit einem Anstieg von 16,7 % an, gefolgt vom spanischen IBEX 35 und dem deutschen DAX, die 14,04 % bzw. fast 14,0 % zulegten. Der französische CAC 40 verzeichnete einen Anstieg von 10,4 %. Außerhalb der EU stieg der FTSE 100 im Vereinigten Königreich im gleichen Zeitraum um 10 % von 7 679 auf 8 448 Punkte.

Die Flagge der Europäischen Union weht vor blauem Himmel

Italien führt EU-Erholung im April an 

Der italienische FTSE MIB übertraf in diesem Monat die anderen europäischen Indizes und stieg zwischen dem 9. April und dem heutigen Tag um 16,7%.

Bei den Einzelwerten führte der Kabel- und Energie systemhersteller Prysmian [PRY.MI] die Kursgewinne mit einem Sprung um 17,9% von 40,88 EUR auf 48,20 EUR an.  Der Reifenhersteller Pirelli [PIRC-I] legte im gleichen Zeitraum ebenfalls kräftig zu und stieg um 14,9 % von 4,7 auf 5,4 Euro.

Der Energieriese Enel [ENEL.MI] folgte mit einem Anstieg um 13,4% von 6,70 EUR auf 7,60 EUR. Auch der Sportwagenhersteller Ferrari [RACE.MI] legte um 11,6% zu, von 361,50 EUR auf 403,40 EUR. Derweil legten der Rüstungskonzern Leonardo [LDO.MI] um 8,7 % und das Luxusmodehaus Moncler [MONC.MI] um 9,4 % im gleichen Zeitraum zu. (Quelle: Yahoo Finance)

IBEX in Spanien und DAX in Deutschland weiterhin stark im Aufwind

Der spanische IBEX 35 und der deutsche DAX haben ihre Gewinne im April ausgebaut und damit die starke Dynamik des bisherigen Jahres beibehalten. Seit die USA Anfang April die Zölle vorübergehend ausgesetzt haben, sind beide Indizes um mehr als 13 % gestiegen, wobei der IBEX seit Jahresbeginn um 14,04 % und der DAX um fast 14,0 % zugelegt hat.

In Spanien führten Banken und Konsumwerte die Rallye an. Santander [SAN.E] verzeichnete die stärksten Zuwächse und sprang um 22,3% von 5,40 EUR auf 6,46 EUR. BBVA [BBVA.E] folgte mit einem Anstieg um 16,4% von 12,20 EUR auf 14,20 EUR. Der Moderiese Inditex [ITX.E] gewann 15,06% und stieg von 42,50 EUR auf 48,90 EUR.

In Deutschland dominierten derweil die Automobilhersteller. BMW [BMW.DE] legten um 20,8% zu und stiegen von 63,52 EUR auf 76,7 EUR. Mercedes-Benz [MBG.DE] stiegen um 19,5% auf 55,20 EUR, während Volkswagen [VOW.DE] um 18,5% auf 102,3 EUR zulegten, angetrieben von Optimismus über eine robuste Nachfrage und nachlassende globale Handelsspannungen.

Frankreich und das Vereinigte Königreich verzeichnen ebenfalls Zuwächse

Der französische CAC 40 und der britische FTSE 100 legten im April ebenfalls zu, wenn auch langsamer als ihre kontinentalen Konkurrenten. Der CAC 40 stieg in diesem Monat um 10,4 %, während der FTSE 100, wie bereits erwähnt, um 9,6 % zulegte.

Seit Jahresbeginn hat der französische Leitindex um 2,5 % und der FTSE 100 um 3,2 % zugelegt, was eine vorsichtigere Erholung im Vergleich zum spanischen IBEX und dem deutschen DAX widerspiegelt.

In Frankreich wurden die Zuwächse durch schwächere Aussichten für den Luxussektor gebremst, was die allgemeine Unsicherheit über den Welthandel widerspiegelt. Im Vereinigten Königreich haben sich die Aussichten eingetrübt, nachdem die BIP-Prognose für 2025 auf 0,8% gesenkt wurde, was durch ein rekordtiefes Verbrauchervertrauen und einen starken Rückgang der Beschäftigung in der Industrie noch verstärkt wurde. (Quelle: Trading View)

Schlussfolgerung

Die Aussetzung der US-Zölle löste an den europäischen Märkten eine kräftige Rallye aus, und die wichtigsten Indizes verzeichneten ihren besten Monat des Jahres. Am stärksten waren die Zuwächse in den eng mit den US-Handelsströmen verflochtenen Volkswirtschaften, allen voran in Italien, Spanien und Deutschland.

Allerdings entwickelten sich nicht alle Märkte gleich. Frankreich und das Vereinigte Königreich hinkten hinterher, was den Druck auf Luxusgüter und die schwächeren Wirtschaftsaussichten, einschließlich des langsameren Wachstums und der schlechteren Verbraucherstimmung, widerspiegelt.

Mit Blick auf die Zukunft wird viel davon abhängen, ob der Handelsfrieden hält und ob die zugrunde liegende wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Europas den Schwung bis zur Jahresmitte aufrechterhalten kann.

*Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für künftige Ergebnisse.

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