IBEX 35 erholt sich, da Trump die EU-Zölle aufschiebt
Der spanische IBEX 35 erholte sich am Montag (26. Mai) und eröffnete um 14.250 Punkte, nachdem die Befürchtungen über umfassende US-Zölle auf EU-Waren am Wochenende nachgelassen hatten. Der Index war am Freitag (23. Mai) auf ca. 14.081 Punkte abgerutscht, nachdem das Weiße Haus überraschend 50% Zölle gegen den europäischen Block verhängt hatte.
Die Märkte dürften jedoch aufgeatmet haben, als US-Präsident Donald Trump am Sonntag (26. Mai) ankündigte, dass die neuen Zölle auf den 9. Juli verschoben würden, um Zeit für weitere Verhandlungen mit Brüssel zu gewinnen. Der vorübergehende Waffenstillstand trug dazu bei, das Vertrauen wiederherzustellen und die Verluste der letzten Woche umzukehren.
Bei der heutigen (Dienstag, 27. Mai) Eröffnung stand der Index bei 14.192 Punkten, was einem Anstieg von rund 23,3 % im bisherigen Jahresverlauf entspricht und sich seinem Allzeithoch von 15.945 Punkten aus dem November 2007 annähert.

Zollschock löst Ausverkauf am Freitag aus
Die überraschende Ankündigung von Trumps Zöllen am Freitag (23. Mai) löste einen starken Ausverkauf des IBEX 35 innerhalb eines Tages aus.
Diese Zeitspanne fiel mit den ersten Berichten in der spanischen Presse zusammen, dass Trump mit neuen aggressiven Handelsmaßnahmen gegen die EU wieder in die Offensive geht. Im weiteren Verlauf des Freitags kam es zu einer teilweisen Erholung, und der Index schloss bei etwa 14.104 Punkten.
Diese Verluste wurden jedoch wieder wettgemacht, als der IBEX 35 den Montag mit einem Plus von 1,1 % eröffnete und auf 14.259 Punkte stieg, nachdem er am Freitag bei 14.104 Punkten geschlossen hatte. Die Montagssitzung schloss schließlich bei 14 221 Punkten.
Anleger konzentrieren sich auf Inflations- und Vertrauensdaten
Abgesehen von den Zöllen verfolgen die Märkte die Veröffentlichung von Inflationsdaten und Stimmungsumfragen in Europa und den USA. Zahlen zum Verbraucherpreisindex (VPI) werden diese Woche aus Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien und den USA erwartet.
Der spanische Erzeugerpreisindex (PPI) stieg im April im Jahresvergleich um 1,9 % und lag damit deutlich unter der Prognose von 4,0 %, die im März noch bei 4,6 % gelegen hatte.
Heute werden auch neue Daten zum Verbrauchervertrauen (CCI) veröffentlicht. Der deutsche GfK-Index und die Umfragen für die gesamte Eurozone stehen ebenso an wie das Verbrauchervertrauen des US Conference Board. (Quelle: Intereconomia)
Spanische Banken legen zu, da BBVA auf einen Regierungsschritt wartet
Die spanischen Banken eröffneten am Dienstag höher, wobei BBVA [BBVA.E] um 0,56% zulegte (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels), da die Anleger auf die Entscheidung der Regierung warten, ob sie ihr feindliches Übernahmeangebot für Banco Sabadell dem Ministerrat vorlegt.
Wenn die Regierung interveniert, könnte sie im Namen des öffentlichen Interesses Bedingungen für die Übernahme stellen, was die Transaktion möglicherweise verkomplizieren würde. In diesem Fall würde die endgültige Frist für eine Entscheidung am 27. Juni enden.
Bei der heutigen Handelseröffnung fielen Santander [SAN.E] um 0,09%, Caixabank [CABK.E] stieg um 0,58% und Bankinter [BKT.E] fiel um nur 0,09%.
Schlussfolgerung
Der IBEX 35 hat sich trotz erneuter Zollspannungen gut gehalten, wobei die Erholung am Montag von der Hoffnung auf ein Verhandlungsergebnis zwischen Washington und Brüssel getragen wurde. Schwächere Inflationsdaten und anstehende Vertrauensdaten aus der Eurozone und den USA könnten in den kommenden Tagen weitere Unterstützung bieten.
Die Banken bleiben für den IBEX35 stark, mit BBVA und Caixabank, die bei der Eröffnung am Dienstag zulegten. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, insbesondere im Hinblick auf das Ergebnis des Sabadell-Angebots von BBVA und die Frage, ob der vorübergehende Handelsfrieden zwischen den USA und der EU Bestand haben wird.
Da sich der Index seinem Höchststand von 2007 nähert, werden die nächsten Wochen entscheidend dafür sein, ob die Dynamik anhält oder ob externer Gegenwind wieder die Kontrolle übernimmt.
*Die Performance der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.