EUR/USD Steigt aufgrund von Handelsspannungen
Der Euro hat ein 3-Monats-Hoch gegenüber dem US-Dollar auf den Devisenmärkten erreicht, wobei EUR/USD am Mittwochmorgen, dem 5. März, wieder über 1,07 gestiegen ist.
Der eskalierende Handelskrieg, ausgelöst durch die neuen Zölle von Präsident Donald Trump gegen Kanada, Mexiko und China, hat zu einem starken Rückgang des US-Dollars geführt, der gegenüber den meisten wichtigen Währungen, einschließlich des kanadischen Dollars und des mexikanischen Pesos, gefallen ist.

EUR/USD Kursentwicklung Diagramm
Das EUR/USD-Währungspaar brach am Dienstag, den 4. März, aus einer Basis aus, wobei die Obergrenze durch eine flache Abwärtstrendlinie (blau) definiert war, und baute seine Gewinne am frühen Mittwoch weiter aus.
Technische Analysten könnten die Preisbewegung als Abschluss eines inversen Kopf-Schulter-Musters beschreiben. Das Muster besteht aus einem Preis, der ein Tief erreicht, dann ein niedrigeres Tief, dann ein höheres Tief, wobei die dazwischenliegenden Hochs durch eine „Halslinie“ verbunden sind – in diesem Fall die blaue Trendlinie. Der Abschluss des Musters gilt als eine bullische Entwicklung. (Quelle: Investopedia)
*Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse

Warum steigt der EUR/USD?
Handelskrieg & Zölle
Die Unsicherheit über die Auswirkungen der Zölle scheint der größte Treiber der Marktstimmung im Devisenmarkt zu sein. Am Dienstag traten die US-Zölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China in Kraft – genau an dem Tag, an dem Präsident Donald Trump seine Rede zur Lage der Nation hielt, in der er die Erfolge seiner Regierung in den letzten sechs Wochen hervorhob.
Kanada und China ergriffen sofort Vergeltungsmaßnahmen, während die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum versprach, ebenfalls mit entsprechenden Maßnahmen zu reagieren, mit weiteren Details, die heute (Mittwoch) folgen sollen.
Deutsche Fiskal-‘Bazooka’
In dieser Woche einigten sich die deutschen politischen Parteien darauf, einen Infrastrukturfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro (529 Milliarden US-Dollar) einzurichten und bemerkenswerterweise die Kreditobergrenzen zu überarbeiten, was von Ökonomen als „eine wirklich große Bazooka“ beschrieben wurde.
Ähnlich wie Verteidigungsausgaben die deutsche Wirtschaft ankurbeln könnten, könnte auch die Ausgaben für Infrastruktur einen positiven Einfluss haben. Als größte Volkswirtschaft Europas hat die deutsche Wirtschaftsleistung tendenziell einen überproportionalen Einfluss auf die Eurozone.
Europäische Verteidigungsausgaben
Der Euro hat von der kurzfristigen Schwäche des US-Dollars profitiert, möglicherweise auch aufgrund des Engagements europäischer Nationen, mehr für die Verteidigung auszugeben, insbesondere zum Schutz der Ukraine. Bedeutende Verteidigungsausgaben könnten die angeschlagene europäische Wirtschaft ankurbeln und den Euro stützen.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, kündigte am Dienstag an, dass neue Verteidigungsausgabemaßnahmen, die von der Europäischen Union vorgeschlagen wurden, möglicherweise bis zu 800 Milliarden Euro (841 Milliarden US-Dollar) freisetzen könnten.
Aktienmarktkorrektur
Ein 25%-Zoll auf wichtige Handelspartner könnte sehr störend wirken, und Handelskriege haben historisch gesehen oft Probleme für Aktienmärkte verursacht. Infolgedessen könnten Investoren defensivere Strategien verfolgen, einschließlich weniger aggressiver Aktienmarktmanöver und einer Präferenz für sichere Währungen wie den japanischen Yen und den Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar.
Schlussfolgerung
Die jüngsten Gewinne des Euros resultieren aus einer Kombination von US-Dollar-Schwäche und Europas fiskalischen sowie verteidigungspolitischen Initiativen. Eskalierende Handelsspannungen treiben weiterhin die Unsicherheit auf den globalen Devisenmärkten.
Ausblickend werden weitere politische Maßnahmen und wirtschaftliche Veränderungen voraussichtlich die langfristige Richtung von EUR/USD bestimmen.
Nur die Zeit wird zeigen, was vor uns liegt.
*Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse